Sanierung der Materialseilbahn abgeschlossen

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Die Materialseilbahn zu unserer Kasseler Hütte im Zillertal ist Anfang der 60er Jahre gebaut worden und bedurfte dringend einer Grundsanierung. Nachdem der Gedanke der beiden Hüttenwarte, die Attraktivität unserer Hütte durch den Umbau der Materialbahn in eine Werkverkehrsbahn ( hierbei wäre auch ein Personentransport bis 2 Personen möglich) zu steigern, an den sehr viel höheren Kosten gescheitert war, wurden nun Angebote für eine Sanierung eingeholt, ausgewertet und der Auftrag vergeben.

Im September war es dann soweit, die extra für unsere Bahn gefertigten Trag- und Zugseile sowie die neue Winde waren fertig. Am 09. September fuhren Günter, Hans-Günter und ich auf unsere Hütte, um im Rahmen eines Arbeitseinsatzes bei der Sanierung Hilfe zu leisten und damit Kosten für die Sektion einzusparen.

Pünktlich standen am nächsten Morgen 3 Monteure der ausführenden Fa. Steurer aus Bregenz sowie 2 Monteure der Firma Kreidl aus Hippach an der Talstation bereit.

Als erstes mussten an den einzelnen Stützen Hilfsrollen montiert werden, das vorhandene Tragseil wurde an der Talstation gelöst und mit dem neuen Tragseil zugfest verbunden. Da das Tragseil nicht umlaufend ist, wurde ein Hilfsseil zur Bergstation hochgezogen und dort mit dem Ende des Tragseils verbunden. Jetzt konnte dieses Seil entlastet und zu Boden abgelassen werden.

Mit einer auf dem LKW montierten Seilwinde wurde nun vom Tal aus versucht, mittels des Hilfsseiles die verbundenen Tragseile über die Hilfsrollen an den Stützen zur Talstation zu ziehen.

War das Wetter bis dahin sonnig, setzte nun Regen mit teilweisem Donnergrollen ein.

Trotz Problemen bei der Durchführung der Seilverbindungen durch die Hilfsrollen war es uns bis zum Einsetzen der Dämmerung aber gelungen, das neue Tragseil bis zur Bergstation hochzuziehen.

Am nächsten morgen wurde zunächst mittels Greifzügen das Tragseil an dem Fundamentfelsen oberhalb der Bergstation fixiert. Im Anschluss daran musste dann auf jeder Stütze das neue Tragseil mit speziellen Hilfswerkzeugen ca. 2 bis 3 Meter hoch in die vorhandenen Haltekonstruktionen gehebelt werden. Es war dies eine sehr kraftraubende Arbeit auf den bis zu 5m hohen Stützen, die uns volle Konzentration abverlangte.

Zur gleichen Zeit stiegen Wolfgang und Joschi zu dem Seilreiter vor der Stütze 1 auf, um diesen an dem noch nicht gespannten Tragseil neu zu montieren. An diesem Seilreiter wurde eine neue orange Warnkugel befestigt, zur Warnung des Luftverkehrs.

Dieses war eine zwingende Forderung des Luftverkehrsamtes in Innsbruck, da die Farbe der alten Kugel zu sehr verblasst war.

Nachdem diese Arbeiten abgeschlossen waren, wurde das neue Tragseil dann von der Talstation aus gespannt und fixiert.

Am Abend des 11. September war damit der erste große Arbeitsblock abgeschlossen.

Für den 15. September war dann der Hubschraubereinsatz für den Transport der neuen Seilwinde und des dazugehörigen Schaltschrankes von der Entladestation an der Taxach-Alm zur Hütte vorgesehen.


In der verbleibenden Zeit bis dahin blieben wir drei vom Arbeitseinsatzkommando nicht untätig.

So erhielt die Stütze 1 den von dem Luftverkehrsamt geforderten neuen Warnanstrich.

Im Hüttenbereich haben wir bei einigen Fenstern den noch fehlenden grünen Anstrich der Rahmen und der Schlagläden nachgeholt.

Im Vorratskeller wurde im Bereich der durch Staunässe durchfeuchteten Außenwand der Putz zur besseren Austrocknung abgeschlagen und die Grundkonstruktion für eine Wandverschalung hergestellt.

Ebenfalls im Vorratskeller haben wir die Undichtigkeit an einer Fallrohrleitung gesucht, gefunden und neu abgedichtet.

Am 15. September wurde dann unsere ganze weitere Planung über den Haufen geworfen.

Über Nacht hatte es ca. 10cm Neuschnee gegeben und durch den verhangenen Himmel war der Einsatz des Hubschraubers nicht möglich.

Das war dann erst wieder 2 Tage später der Fall.

Bereits am frühen Morgen transportierte der Helikopter die neue Seilwinde zur Hütte und setzte sie zielgenau in dem schmalen Spalt zwischen Terrasse und Bergstation ab.

Das war Maßarbeit!

Im Anschluss daran nahm er die am Vorabend von Wolfgang und Joschi ausgebaute alte Winde mit zurück ins Tal.

Als nächstes wurde der Schaltschrank hochgeflogen.
Die erforderliche Montage wurde dann von dem Elektrofachmann der Fa. Steurer unter Mithilfe von Wolfgang und Joschi durchgeführt.

Nach knapp 2 Wochen Arbeit können wir sagen: Die Sanierung der Materialseilbahn ist erfolgreich durchgeführt worden und die Sektion hat in den nächsten Jahren von dieser Seite keine Kosten zu erwarten.

Apropos Kosten :

Der Aufwand für die Sanierung beläuft sich auf insgesamt ca. 108.000,- €


Klaus Struckmeier
Hüttenwart